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How big is "big"?

Heidelberg Laureate Forum 2019: Hectorianer*innen treffen Prof. Robert E. Tarjan

"Eigentlich wollte ich als Kind der erste Mensch auf den Mars sein!", beginnt Prof. Robert "Bob" Tarjan seinen Vortrag. Doch dann kam es anders. Bereits früh begeistert sich Tarjan für die "Mathematischen Spielereien" in einer Wissenschaftszeitung und beginnt sich intensiv mit mathematischen Problemen zu beschäftigen. Bald faszinieren ihn die aufkommenden Computerwissenschaften, die jedoch noch "in den Kinderschuhen" stecken. Am California Institute of Technology, kurz Caltech, studiert Tarjan Mathematik, wobei er sich vor allem für anwendungsbezogene Aspekte interessiert. Im weiteren Studium an der Stanford University wendet er sich dann den Computerwissenschaften zu, zu deren Wegbereitern er heute gerechnet werden kann.

Und so spannt Tarjan in seinem Vortrag spielerisch den Bogen, beginnend mit einfachen Problemen aus der Graphentheorie wie dem Vierfarben-Problem bis hin zu seinen aktuellen Forschungen, in denen er sich mit der Entwicklung einfacher Algorithmen für die Analyse großer Netzwerke, wie zum Beispiel Kontakten in sozialen Netzwerken oder der Verknüpfung von Computern im Internet beschäftigt.

Doch nicht nur fachliche Einblicke gewährt Robert Tarjan den Hectorianer*innen. Im anschließenden Gespräch beantwortet er bereitwillig Rückfragen zu den beschriebenen Algorithmen und gibt Auskunft auf ganz persönliche Fragen, wie "Waren Sie früher erfolgreich in Mathematik-Wettbewerben?" oder "Haben Sie jemals bereut, an etwas geforscht zu haben?". "Don't regret the time you spent on!", so Tarjan und rät, bei der Forschung immer beide Seiten im Blick zu behalten: sowohl das Belegen als auch das Widerlegen einer Hypothese müsse man sorgfältig prüfen, um am Ende nicht der falschen Fährte zu folgen.  

Durch die zunehmende Bedeutung großer Netzwerke und der damit verbundenen Notwendigkeit, diese mit einfachen Algorithmen zu untersuchen, werden die Forschungsaufgaben auch für kommende Generationen an Wissenschaftler*innen so schnell nicht ausgehen, ist sich Robert Tarjan sicher. Denn, um in der Antwort auf die Frage "Was sind "große Netzwerke?" - oder um es in Tarjans Worten zu sagen: "How big is »big«?" - in der Sprache der Graphentheorie zu bleiben: "Billions of vertices, trillions of edges!" (Milliarden von Knoten und Billionen von Kanten). Es bleibt viel zu tun!

Auch wenn sich Robert E. Tarjans Kindheitswunsch, der erste Mensch auf dem Mars zu sein, wohl nicht mehr erfüllen wird - für die Entwicklung der Computerwissenschaften war und ist er ein wichtiger Wegbereiter.

Wir danken Prof. Robert E. Tarjan, sowie den Organisator*innen des Heidelberg Laureate Forum für diese einzigartige Begegnung.

Fotos: A. Richert